In großer Dankbarkeit verabschieden wir uns von Ihnen. Wir haben beschlossen Schule fürs Leben e.V. zu beenden. Zum Jahresende 2017 sind alle Mitgliedschaften erloschen und alle Einzugsermächtigungen wurden widerrufen. Bitte löschen Sie Ihre Daueraufträge und spenden Sie nicht mehr an Schule fürs Leben.

Abruptes Ende. Wir schützen uns und den Verein mit diesem Schritt vor Schäden, da eine ordentliche Zusammenarbeit mit dem Ministerium nicht möglich ist. Auch für uns kommt dieses Ende abrupt und unvorbereitet. Der Sachverhalt ist komplex und auch für uns bislang noch undurchschaubar. Wir haben deshalb alles zur ordentlichen Klärung an Anwälte weitergegeben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir im laufenden Verfahren bis zur vollständigen Aufklärung keine weiteren Auskünfte geben können. Dort wo spezielle Fragen offen geblieben sind, werden wir oder unsere Anwälte uns ab Februar persönlich mit Ihnen in Kontakt setzen.

Gute Arbeit. Die gute Arbeit der beiden gemeinnützigen und rechtlich unabhängigen Vereine Schule fürs Leben in Deutschland und Escuela para la Vida in Kolumbien ist unbestritten:

  • Zwei unabhängige Gutachten bescheinigen, dass alle Gelder in Kolumbien zweckgemäß verausgabt wurden und niemand sich unrechtmäßig bereichert hat. Das ist wichtig für uns alle!
  • Auch die Entsendung von Bundesfreiwilligen im weltwärts-Programm hat jedes Jahr in einer freiwilligen externen Qualitätsprüfung sehr gut abgeschlossen.
  • Unzählige schriftliche Stellungnahmen von Projektpartnern, Besuchern, ehemaligen Freiwilligen und Mitarbeitern dokumentieren die gute Arbeit in den Bildungsprojekten und bei der Freiwilligenarbeit. Viele von Ihnen waren vor Ort und konnten sich selbst ein Bild machen.
  • Als Vorzeigeverein vom Bundesministerium kamen Abgeordnete, Geschäftsführer und Botschafter in die Projekte nach Kolumbien. So schreibt der Deutsche Botschafter Günter Knieß nach seinem Besuch im Jahr 2013: „Ausgesprochen interessant fand ich das Projekt „Schule fürs Leben Montebello“, weil so viele Projekte, die in unserer Außenpolitik wichtig sind, zusammenfließen: Nachhaltiges und umweltgerechtes Bauen mit dem einheimischen Rohstoff Guadua, Verbindung mit einer Stiftung in Deutschland und Einsatz von vielen Freiwilligen aus dem Programm ‚weltwärts‘; Arbeit in einem marginalisierten und vom Konflikt betroffenen Gebiet mit den comunidades; Beitrag zur Befriedung der Region; Hilfe zur Selbsthilfe und Zusammenwirken von staatlichen und privaten deutschen Stellen. Hier haben wir das Projekt für zukünftige Besichtigungen von deutschen Bundestagsabgeordneten etc. gefunden. Herr Andrés Bäppler hat da eine beeindruckende Lebensleistung geschaffen und ist sicherlich weiterhin eine große Stütze der deutschen Präsenz in Cali…“

Das bleibt! Die Schließung vom Verein Schule fürs Leben e.V. in Deutschland hat keine Auswirkungen auf beinahe alle unsere Projekte in Kolumbien. Das ist das Wichtigste! Von Anfang an haben wir darauf geachtet, dass sich die Projekte in Kolumbien nach einer geförderten Bau- und Startphase vollständig selbst verwalten, finanzieren und weiterentwickeln und so unabhängig vom deutschen Verein Schule fürs Leben werden. Ganz getreu unserem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe, …fischen lehren statt Fische schenken!“ So laufen sechs Bildungsprojekte bereits seit einiger Zeit völlig selbständig. Das ist die besondere Leistung unserer gemeinsamen Arbeit!

  1. Grundschule Colegio de las Aguas in Montebello
  2. Lesesaal der Bibliothek Rummenigue in Montebello
  3. Schule und Gemeindesaal für die Nasa-Indianer in San José
  4. Schule und Gemeindesaal für die Misak-Indianer im Reservat Guambia
  5. Betreuungseinrichtung für Kinder zur Drogenprävention in Santander de Quilicaho
  6. Waldwirtschaftsstandort von Asubamboo in Buga

Auch für zwei weitere Projekte – (7.) die multifunktionale Halle Friedenshalle in Montebello und (8.) die Umwidmung der Lehrwerkstätten in technisches Abitur im Talleres de las Aguas in Montebello – haben wir einen solchen guten Abschluss in Sicht.

Was ist noch offen? Für die Bambuslehrfabrik müssen wir noch einen gangbaren Weg zum erfolgreichen Abschluss finden. Die Maschinen, das Knowhow und die Kooperationspartner stehen bereit für den Neustart! Dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen und so werden wir gemeinsam einen Weg finden, es erfolgreich abzuschließen.
Für die drei neu geplanten Bildungsprojekte „Schule und Gemeindesaal für Quibdo“, „Schule für Straßenkinder in Cali-Innenstadt“ und „Landschule in Pichindé“ haben unsere Partner und wir Grundstücke gekauft, Kooperationspartner gefunden sowie Finanzierungskonzepte und Baupläne erstellt. Diese Vorarbeiten sind geleistet. Wie und wann genau diese Schulen fertig gebaut werden können, wissen wir zurzeit leider noch nicht.

Es war uns eine Ehre und eine Freude als Vorstand von Schule fürs Leben mitzuwirken. Noch einmal Danke für alles!

Herzliche Grüße,
Tobias Jost und Ulla Schuch, Frankfurt, im Januar 2018

PS Das kann ich jetzt tun! Bitte unterstützen Sie AFIZ.de, unsere Akademie für Internationale Zusammenarbeit e.V.. Diesen gemeinnützigen Verein haben wir 2014 gegründet, um das erworbene Wissen von Schule fürs Leben zu sichern, zu erweitern und zu multiplizieren. Sie können dort per Dauerauftrag Fördermitglied werden (60€ Jahresbeitrag) und jederzeit einen frei wählbaren Einzelbetrag spenden. (Spendenkonto Taunussparkasse, DE41 5125 0000 0055 0130 47). Aktuell können Sie für 50€ das Buch „Bauen mit Bambus – Das neue Gold der Anden“ in Vorkasse erwerben und damit die Finanzierung von Übersetzung, Lektorat und Druck unterstützen. Das Buch zeigt die Bambusbauwerke in Kolumbien, die in den letzten 14 Jahren mit Schule fürs Leben und Ihnen entstanden sind. Sehr beeindruckend!

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