Schule fürs Leben half den Nasa-Indiandern einen neuen multifunktionalen Schulsaal in einer bereits bestehenden Schule, der Escuela Rural Mixta San José de Cauca, zu errichten.

Geringer Aufwand, große Wirkung. Zwei bereits vorhandene kleine Schulgebäude bilden einen Hof, der mit einem neuen Dach überbaut werden wird. So entsteht mit einer einfachen Baumaßnahme ein größerer überdachter Raum von 25m*10m, der als Mehrzwecksaal genutzt werden kann. Zusätzlich werden neue Sanitärräume, Garderobe, Spinte und eine kleine Schulküche eingebaut und möbliert. Täglich werden hier 80 Kinder mit Frühstück und Mittagessen versorgt und regelmäßig es finden auch Unterrichtseinheiten und Schulversammlungen statt. Außerhalb der Schulzeiten steht der Saal der Gemeinde für Versammlungen, Wahlen, Erwachsenenfortbildung und Feste zur Verfügung. Insbesondere die Integration der Flüchtlinge aber auch die Weitergabe indigener Kultur kann in diesem überdachten, seitlich offenen Raum stattfinden.

Traditionell bauen mit Bambus und Lehm. Die Indianergemeinde Nasa ist sehr daran interessiert, ihre traditionellen Bauweisen mit Bambus und Lehmziegeln wieder zu beleben. Diese Baumaterialien sind in großer Fülle im Reservat vorhanden. Um sich das in den Bürgerunruhen der letzten 3 Generationen verloren gegangen Knowhow wieder anzueignen, hatte die Gemeinde bereits 2009 einen 15-jährigen jungen Mann, Rubén Dario Calabas Bermudez *2.Juni 1994 ausgewählt und in die Lehrwerkstatt Talleres de la Aguas Montebello „Bauen mit Guadua“ zur Ausbildung geschickt.

Knowhow-Transfer. Rubén hatte im Dezember 2010 mit Auszeichnung die zweijährige Ausbildung zum Bambus-Zimmermann beendet. Er kehrte in seine Gemeinde zurück, um dort das neu erlernte Wissen als Multiplikator weiterzugeben – bei der Betreuung der geplanten Schulbaustelle, die inzwischen begonnen hat. Die Indianer-Gemeinde San Jose und auch die Nachbargemeinden halfen beim Bau der Schule in Form der „Minga“.

Minga. Weiterbildung und Eigenleistung. Der kostenlose Arbeitseinsatz von Gemeindemitgliedern bei Gemeinschaftsprojekten hat Tradition bei den südamerikanischen Indiovölkern. Bauerfahrene Nasa-Indianer bauten gemeinsam unter fachlicher Anleitung von Rubén die Schulhalle und lernten dabei das vergessene Handwerk. So trägt Rubén Calabas sein neues Wissen in seine Gemeinschaft.

Nachhaltigkeit. Das Indianerreservat verwaltet sich selbst. Das Schulgelände ist Eigentum des Indianerreservates Honduras. Der Indianerrat hat dieses Land der Schule zugewiesen und stellt es auch für den geplanten Erweiterungsbau zur Verfügung. Die bestehende kleine Schule wurde von der Indianergemeinde in Eigenleistung erstellt. Bis 2013 werden 120 Kinder die Schule besuchen. Die Lehrer werden vom Schulamt des Municipio Morales bezahlt. Der Betrieb der Schule ist durch das Reservats-Schulamt gesichert und wird von der Verwaltung des Reservates komplett getragen. Den Betrieb des Saales stellen die Gemeindemitglieder in ehrenamtlicher Arbeit sicher. Die Verantwortlichen der Gemeinde haben zugesichert, für den baulichen Unterhalt des Gebäudes aufzukommen. Die Halle wurde der Reservats-Verwaltung übergeben. Die engagierte Gemeinde überzeugt seit mehreren Jahren mit ihrem zuverlässigen, ruhigen und fleißigen Einsatz.

Gemeinwesen. Mit dem neuen Schulsaal hat die Indianergemeinde (1.400 Familien) erstmals auch einen Treffpunkt für die Gemeindearbeit. Der Neubau bietet ein vor Regen und Sonne schützendes Dach, unter dem sich die Nasa versammeln können. Die gemeinsame und gleichzeitige Information der Gemeinde, Meinungsbildung, Abstimmungen und Wahlen aber auch gemeinschaftliche Riten und Feste – ein wesentlicher Identifikationsfaktor für die Indios – wird damit möglich.

Standort

Gemeinde San José nahe der Stadt Popayán in Kolumbien. Das Indiandervolk der Paez nennt sich selbst Nasa. Etwa 200.000 Indianer leben im Reservat Honduras im Municipio de Morales Cauca sowie in der benachbarten Gemeinde San José und dessen ländlichem Einzugsgebiet. Vom 36 km entfernten Popayán benötigt man mit dem Geländewagen ca. 2,5 Stunden. Die Bevölkerung lebt von Klein-Landwirtschaft. Der Ausbildungs- und Bildungsstand der Bevölkerung ist niedrig. Das Reservat ist Zufluchtsort von inländischen Flüchtlingen. Die Gemeinden stehen der Integration von neuen Familien positiv gegenüber. In den letzten 10 Jahren wurden über 900 Zuzüge von Familien registriert. Die Bevölkerung lebt in kleinen Häuschen mit einfachsten sanitären Einrichtungen. Die ländlichen Hütten verfügen nicht über Trinkwasser oder Strom. Die Ortschaften haben zeitweise Wasser und Strom. Der Identifikationsverlust der Nasa ist groß und wird für das Gemeinwesen als sehr schwierig bewertet, da die Erhaltung der eigenen Kultur auch mit der Erhaltung der Handwerks-Traditionen eng zusammenhängt. Die Menschen möchten ihre alten Werte wieder finden und beleben und als massive Strategie gegen das Fernsehen, die Rekrutierungsversuche der Guerilla, gegen Arbeitslosigkeit und Landflucht einsetzen. Sie möchten mit traditionellen Handwerksberufen Geld verdienen, traditionelle Bauten errichten und darin auf traditionelle Weise zusammenleben.

Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Gemeinde San José

Kooperationspartner im Projektland

Indio-Volk Nasa

Kooperationspartner in Deutschland

Das Projekt wurde mit allgemeinen Spenden finanziert. DANKE an alle Spender, die das möglich gemacht haben!!

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