Projektentstehung. 2007 ist Sendero de Luz erstmals an die Schule fürs Leben herangetreten. Die Fundación ist gemeinnützig und sehr ergebnisorientiert. Sie wird von unabhängigen Menschen professionell und überzeugend geleitet. Seit 2010 laufen die Planungen und Projektvorbereitungen für das Landschulwohnheim La Casa Hogar.

Mit der Hilfe von deutschen Fördermitteln und Spenden wurde das erste Gebäude des der Schule errichtet. Ein großer seitlich offener Pavillon mit Einzel-Wohnkabinen für die Mädchen und Jungen sowie Therapie- und provisorischen Schulungsbereichen wurde gebaut. Toiletten und eine Küche wurden in einem separaten Bau errichtet. Im März 2011 wurde die Einrichtung übergeben und wird seitdem genutzt.

Der neue Bauabschnitt – 14 Jahre Vorarbeit werden fertig. Sendero de Luz erwartet, dass 60% der entlassenen Kinder es schaffen, sich in eine soziale Gemeinschaft und in eine weiterführende Schule oder Ausbildung einzugliedern; etwa die Hälfte dieser Mädchen und Jungen benötigen dafür zwei Aufenthalte in der Schule. Diese hohe Erfolgserwartung beruht auf den langjährigen professionellen Erfahrungen der Aktiven. Die Verantwortlichen von Sendero de Luz bringen diese Fähigkeiten aus ihrem Berufsleben in das Projekt ein. Seit 14 Jahren arbeiten sie gemeinschaftlich mit Disziplin, ungewöhnlichen Aktionen und größtem persönlichen Einsatz auf die Realisierung dieser Landschule. Sendero de Luz hat nicht nur Grundstückseigentum eingebracht, sondern auch ehrenamtliche Arbeitseinsätze zum Bau der neuen Schulgebäude. Da die Freiwilligen unter der Woche berufstätig sind, erfolgten die Arbeitseinsätze an Wochenenden. Die Gebäude werden gemeinsam mit den Freiwilligen von Sendero de Luz und den Lehrlingen der Lehrwerkstätten des Talleres de las Aguas „Bauen mit Guadua“ unter fachlicher Anleitung erfolgen. Die Inneneinrichtung und das Mobiliar wurde gemeinsam mit den Lehrlingen der Lehrwerkstatt „Schreinerei“ gebaut. Auch nach der Fertigstellung der Baumaßnahme kooperieren die beiden Partner: In den Bildungseinrichtungen der Escuela para la Vida, dem Colegio & Talleres de las Aguas, fallen immer wieder Kinder und Jugendliche auf, die regelmäßig Drogen konsumieren und ohne externe Hilfe den Entzug nicht schaffen. Sendero de Luz wird diese Kinder in die besondere Schule aufnehmen und ihren Entzug und ihre Wiedereingliederung finanzieren.

Das La Casa Hogar wird von Sendero de Luz komplett bewirtschaftet und geführt. Die ehrenamtlich organisierte Fundación erhält Spenden und gelegentliche Zuschüsse der Städte Cali und Santander de Quilichao. Vorrangig kooperiert der Projektträger jedoch mit verschiedenen Kinderschutz-Organisationen, wie zum Beispiel dem Jugendamt oder privaten Organisationen, welche für die von ihnen gesendeten Mädchen/junge Mütter die Kosten übernehmen. Das Gebäude wurde Sendero de Luz übergeben. Die Folgekosten werden durch die finanzielle Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, Vereinen, einer Krankenkasse und zwei Universitäten gedeckt.

Parallel zur Drogenentgiftung sind die gemeinschaftlichen Aktionen und die Schulausbildung wesentliche Maßnahmen für die erfolgreiche Wieder- oder Ersteingliederung der Kinder. Ein kontinuierlicher und an feste Zeiten gebundener Tagesablauf ist von großer Bedeutung für den Erfolg der Umerziehung. Wegen der großen Altersspanne (zwischen 5 und 14 Jahren), der sehr unterschiedlichen Vorbildung und Vorerfahrung und der Entzugsbegleiterscheinungen werden die Kinder gemeinsam, integrativ über mehrere Altersstufen mit mehreren Lehrern/Ausbildern gleichzeitig unterrichtet. Das gemeinschaftliche Lernen, Üben, Arbeiten und Essen ist für die in der Sucht isolierten jungen Kinder eine wichtige neue Lernerfahrung. Sie müssen neben dem Entzug nicht nur Lesen, Rechnen, Schreiben und einfache handwerkliche Dinge lernen, um später ein normales soziales erwerbstätiges Leben führen zu können. Die Kinder müssen auch beinahe alle Tätigkeiten des alltäglichen Lebens in Gemeinschaft unter Anleitung und Aufsicht neu erlernen und regelmäßig üben. Mit dem neuen Räumen können sowohl die schulischen Inhalte als auch die sozialen Fähigkeiten zu festen Tageszeiten und mit festen Ritualen täglich gelernt und geübt werden.

Standort

Santander de Quilichao. Die geographische Isolation der drogenabhängigen Mädchen und Jungen ist eine entscheidende Hilfe für den Erfolg des Entzugs und der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Sendero de Luz hat deshalb ein 35.200 m² großes ländliches Grundstück im Umfeld von Santander de Quilichao gekauft. Diese Kleinstadt mit etwa 72.000 Einwohnern liegt etwa eine Autostunde entfernt von Cali in einem sehr ländlichen Umfeld. Das Grundstück ist hügelig, grasbewachsen und mit zahlreichen Bäumen überstellt. Es gibt eine ganzjährig sprudelnde Quelle im höher liegenden Teil des Grundstückes sowie ein kleines Tal, im dem ursprünglicher Tropenwald wächst und eine weitere Quelle einen Bachlauf initiiert. Die Stadtverwaltung von Santander de Quilichao unterstützt moralisch das Projekt. Die geographische Isolation der drogenabhängigen Mädchen und Jungen zumindest am Tag ist eine entscheidende Hilfe für den Erfolg des Entzugs und der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Zielgruppe

Drogenabhängige Mädchen und Jungen aus der Stadt Santander de Quilichao, auch Schüler aus den Siedlungen Aguablanca und Montebello in Cali. In diesen Vierteln ist Drogenkonsum und Drogensucht seit Jahrzehnten Teil des Alltages. Der Drogenverkauf und Drogenbesitz wird von den offiziellen Stellen zwar polizeilich bekämpft, für die Konsumopfer gibt es jedoch keine offiziellen Anlaufstellen. Hier versuchen wenige private, meist schlecht ausgerüstete Organisationen zu helfen. Ein städtisches Drogenentzugsprogramm wurde Anfang 2000 aus Geldmangel und wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Der Bedarf ist erschreckend groß. Nach Angaben des Projektträgers der Fundación Sendero de Luz sind mehrere tausend Kinder und junge Mütter betroffen. Hinzu kommt die damit direkt verbundene Beschaffungsproblematik der Gewalt und Prostitution.

Kooperationspartner im Projektland

e gemeinnützige Fundaciòn Sendero de Luz (Weg des Lichtes) hat das Ziel, drogensüchtige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu entgiften, zu stabilisieren und für die Integration in ein Gemeindeleben so vorzubereiten, dass sie sich selbst versorgen und wieder in Würde leben können. Die Fundación wurde 1997 auf Initiative von Fulvia Martinez gegründet. Die 56 zum Großteil weiblichen Mitglieder arbeiten bisher ausschließlich ehrenamtlich und kommen aus bildungshohen Berufen wie ProfessorInnen unterschiedlicher Universitäten aus dem Sozial- und Erziehungsbereich, BuchhalterInnen, Geschäftsleute und Mediziner und Therapeuten verschiedener Richtungen. In der Vergangenheit hat Sendero de Luz in den ärmsten Gebieten der Stadt Cali im Barrio Aguablanca Kindern und Jugendlichen künstlerische Fortbildung und sportliche Förderung als Alternative zum Drogenkonsum angeboten; Müttern pädagogisch und in Fragen der Ernährung und Erziehung Hilfestellung gegeben und mit Erwachsenen Workshops für Heimarbeit und Alphabetisierung durchgeführt. Darüber hinaus organisiert Sendero de Luz regelmäßige sehr gut besuchte Informationsveranstaltungen. Beeindruckend ist der allwöchentliche Einsatz der Mitglieder an Wochenenden: Jeden Sonntag trifft sich eine Gruppe von 10 – 15 freiwilligen Mitgliedern, um ehrenamtliche Aktionen durchzuführen oder an längerfristigen Projekten zu arbeiten. Zudem hat die Gruppe einen privaten Sender gegründet, der eine Stunde in der Woche auf dem städtischen Kanal über ihre Arbeit und die Entwicklung informiert. So erreicht die Fundación eine breite Zuhörerschaft, potenzielle neue Mitglieder und geringe Einnahmen über Werbung.

Spendenbedarf

Das Spendenziel wurde erreicht. Vielen Dank!