Fundación Escuela para la Vida

Projektträger und Partner der Schule fürs Leben: Die Fundación Escuela para la Vida

Aufgabe. Die Fundacion Escuela para la Vida ist eine als gemeinnützig anerkannte Nichtregierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schulprojekte zu entwickeln und wenn möglich in Zusammenarbeit mit den Schulämtern zu betreuen.

Entstehung. Die Mitglieder der Fundacion Escuela para la Vida sind aus den “LEADERS“ (inoffizielle Anführer) der Flüchtlingsgemeinde Montebello hervorgegangen. Ihr Anliegen war die Schulsituation im Einzugsgebiet von Montebello zu verbessern. Mit dieser Bitte kamen Sie im Juni 2000 auf Andrés Bäppler, den Initiator und Mitbegründer der Schule fürs Leben, zu. 2004 gründete sich dann die Fundación aus den VertreterInnen der Gemeinde. Zu Ihnen gehört auch der Halbbruder von Andrés Bäppler, Carlos Arturo Villota Perdomo, der gemeinsam mit seiner Mutter Leonor Perdomo in Montebello wohnt und dank der Unterstützung durch seinen deutschen Bruder eine Ausbildung als Lehrer finanzieren konnte.

Das erste Projekt: Colegio de las Aguas. Bereits wenige Monate später im September 2004 startete die Fundación Escuela para la Vida das erste Schulprojekt in Montebello, eine Grundschule für 30 Kinder, das Colegio de las Aguas. Mehr zu diesem Projekt beim neuen Förderverein der Schule fürs Leben unter www.montebelloskinder.de.

Das zweite Projekt: Talleres de las Aguas. Im Sommer 2006 legt die Fundacion Escuela para la Vida der Schule fürs Leben verschiedene Projektvorschläge vor, mit denen die Flüchtlinge in der Gemeinde eigene Einnahmen erwirtschaften wollen. Auf der langjährigen Flucht vor den seit 45 Jahren andauernden bürgerkriegsartigen Unruhen in Kolumbien fehlte ihnen Zeit und Möglichkeit eine berufliche Tätigkeit zu erlernen. Deshalb besteht der Wunsch nach Lehrwerkstätten für verschiedene Berufe. Vor allem die Jugendlichen sollen von der Straße in eine Ausbildung und sinnvolle Tätigkeit, da sie sonst von den verschiedenen Drogen- und Militärgruppen rekrutiert werden. Die Lehrwerkstätten symbolisieren damit nicht nur den Wunsch nach Bildung und Einkommenserwerb sondern auch den Wunsch nach Frieden und dem Ausstieg aus der Drogen- und Gewaltspirale.

Zusammenarbeit. Seit Gründung der Fundación arbeiten Escuela para la Vida in Cali und Schule fürs Leben in Frankfurt sehr stabil zusammen. Bei regelmäßigen Besuchen überzeugen sich die Mitglieder der Schule fürs Leben von der qualitativ hochwertigen und sehr engagierten Projektarbeit in Cali. Jedes Jahr findet ein mehrtägiger Workshop statt, an dem alle Mitarbeiter der Fundación, alle Lehrer der Schule und der Werkstätten sowie ein oder mehrere Vertreter der Schule fürs Leben teilnehmen. In diesem Workshop wird das vergangene Jahr evaluiert und es werden neue gemeinsame Ziele für das Folgejahr festgelegt. Im Anschluss daran werden in Arbeitsgruppen entsprechende Maßnahmen angedacht und die Umsetzung vorbereitet. Die Zusammenarbeit zwischen der Fundacion Esucela para la Vida und der Schule fürs Leben hat sich durch das Medium Skype ähnlich wie seinerzeit durch das Medium Email deutlich intensiviert, beschleunigt und harmonisiert. Zu verschiedenen Themen finden regelmäßig in verschiedenen Arbeitsgruppen Skpye-Besprechungen statt. Die Ausstattung der Fundación Escuela para la Vida mit Internetzugang und entsprechend leistungsfähigen Computern war ein wesentlicher Schritt zur effektiven und verbindlichen Zusammenarbeit.

Akzeptanz in der Gemeinde. Die Fundación Escuela para la Vida hat sich besonders durch die Initiierung und Verwaltung der Grundschule „Colegio de las Aguas“ und den Lehrwerkstätten „Talleres de las Aguas“ bewährt. Die Fundación bezahlt für die mittellosen Kinder und Jugendlichen in den Schulprojekten Lebensmittel, Schulmittel, Nebenkosten der Schulgebäude sowie Renovierungs- und Bautätigkeiten und Weiterbildung für das Lehrer- und Ausbildungspersonal. Sie ist damit zur zentralen Anlaufstelle für die Bürger in Montebello geworden. Insbesondere Flüchtlingsfamilien finden hier eine Integrationshilfe. Für sie veranstaltet die Fundación in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Sena Weiterbildungen und Fortbildungen. 2009 zum Beispiel wurden zwei Fortbildungsprojekte im Baubereich (Stuckputz und Fliesenlegen) für engagierte Erwachsene aus Montebello organisiert und 2011 eine mehrtägige Fortbildungsveranstaltung am Wochenende in Bauen mit Guadua für Familien, die selbst ein Eigenheim mit Baumbus bauen möchten. In Zusammenarbeit mit der Fundación Carvajal laufen seit 2009 kontinuierliche Fortbildungsprojekte für Lehrer und ein Integrationsprojekt für Eltern der Schulkinder in Montebello.

Organigramm. Die Fundación wird von einem ehrenamtlichen mehrköpfigen Vorstand geleitet, der losgelöst vom operativen Prozess agiert und Entscheidungen trifft. Der „Consejo de conciencia“ trifft sich regelmäßig alle 14 Tage mit der Geschäftsführung. Escuela para la Vida hat Anfang 2011 9 Angestellte und 26 ehrenamtlich MitarbeiterInnen. Der Initiator und Mitbegründer der Schule fürs Leben, Andrés Bäppler, ist seit Januar 2011 Mitglied der Fundación Escuela para la Vida und Projektleiter der Schule fürs Leben in seiner Heimat Cali. Zahlreiche beruflich qualifizierte Fachleute wie Ärzte, leitende Angestellte, Lehrer und Selbständige, aber auch Eltern und Gemeindemitglieder engagieren sich ehrenamtlich in der Fundacion Escuela para la Vida. Fachleute im juristischen und betriebswirtschaftlichen Bereich werden auf Honorarbasis und projektbezogen dazu gezogen und bezahlt.

Netzwerk. Die Zusammenarbeit der Fundación Escuela para la Vida mit dem Schulamt Cali ist eng und gut. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem der Club der Rotarier Cali, Banco de Alimentos Cali, CEDECOPE Cali, Deutsche Schule Cali, Universidad del Valle und die Universidad Javeriana. Gemeinsam werden Projekte für die mittellose Kinder und Jugendliche vor allem in Montebello erarbeitet und erfolgreich durchgeführt. Seit Januar 2008 nimmt die Fundación am Weltwärts-Programm der deutschen Bundesregierung teil. Sie betreut junge deutsche Freiwillige (2008: 2 Freiwillige; 2009: 10 Freiwillige; 2010: 20 Freiwillige; 2011: 15 Freiwillige) und kümmert sich um die dafür erforderlichen Maßnahmen wie Mentoren, Gastfamilien, Zwischenseminare und Einsatzplätze. Sie hat 2009 zwei Weltwärts-Begleitmaßnahmen erfolgreich durchgeführt: Eine interkulturelle Weiterbildungsmaßnahme für Mentoren und Projektleiter sowie eine Fachtagung zur Schaffung neuer Weltwärts-Einsatzplätze sowie zum Aufbau und zur Weiterentwicklung des entwicklungspolitischen Netzwerkes. Dieses Netzwerk ist inzwischen auf 23 Kooperationspartner aus dem öffentlichen und privaten Sektor angewachsen und versucht Synergien maximal zu nutzen und Dopplungen zu vermeiden. Teilweise haben sich diese Vereine bezüglich einer Kooperation an die Fundación gewandt, teilweise ist die Fundación aktiv auf die Vereine zugegangen. Der Projektträger arbeitet lokal begrenzt in den beiden um Cali liegenden Regionen „Valle del Cauca“ und „Cauca“.

Finanzen. Die Fundación Escuela para la Vida hat sich in den Jahren seit Gründung 2004 kontinuierlich finanziell und personell weiterentwickelt. 2008 lagen die Jahreseinnahmen bereits bei 209.000 Euro; 2010 verdoppelten sie sich auf knapp 442.000 Euro. Diese Einnahmen setzen sich zusammen aus

  • Spenden und Mitgliedsbeiträgen aus Kolumbien.
  • Fördermittel vom staatlichen Schulamt, für deren regelmäßige Bezahlung intensivste Kontakte, eine gültige aktuelle Schullizenz und häufige sehr aufwändige Antragstellungen erforderlich sind. Diese Schulgelder werden leider nicht regelmäßig bezahlt.
  • Spenden und Einnahmen von Benefiz-Veranstaltungen wie Flohmärkten, Lotteriespielen und Kinoabenden.
  • Einnahmen aus sogenannten „Social Businesses“: Die Lehrlinge des zweiten Lehrjahres der Lehrwerkstätten Talleres de las Aguas verkaufen ihre im Unterricht hergestellten Produkte und ihre handwerklichen Dienstleistungen.
  • Projektgelder aus Deutschland für die Betreuung, Unterbringung und Verpflegung der Weltwärts-Freiwilligen in Cali.

Nahezu 80% aller laufender Kosten kann die Fundacion Escuela para la Vida bereits nach nur 6 Jahren selbst mit Geldern aus Kolumbien bezahlen. Nur noch 20% der Betriebskosten werden mit Spenden aus Deutschland finanziert. Der Weg in die vollkommene finanzielle Unabhängigkeit ist damit gut geebnet. Mit Ende des Jahres 2011 soll dieser letzte Schritt vollzogen sein. Der neu gegründete Förderverein der Schule fürs Leben – Montebellos Kinder e.V. – wird die Talleres de las Aguas dann ebenso wie das Colegio de las Aguas unterstützend begleiten und bei der Stabilisierung helfen.

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