Gute Entwicklungszusammenarbeit heißt, dass die Projekte im Projektland entstehen – nicht an Schreibtischen in Deutschland, sondern in den Herzen und Köpfen der Menschen vor Ort. Wie aber entstehen solche Projekte? Wir bei Schule fürs Leben haben die Erfahrung gemacht, dass es das Zusammenkommen von ganz vielen kleinen Ideen und Gedanken von ganz vielen Menschen in einer relativ kurzen Zeitspanne ist. Als ob die Zeit reif wäre für eine Lösung. Als ob der Leidensdruck groß genug war, um eine Lösung entstehen zu lassen. Als ob zu gleicher Zeit an verschiedenen Orten in verschiedenen Köpfen der gleiche Gedanke entsteht. In der Wissenschaft kennt man dieses Phänomen schon lange. Vielleicht ist es auch so in anderen Lebensbereichen…

Das 1. große Bildungsprojekt von Schule fürs LebenColegio & Talleres de las Aguas“ entstand in den Herzen der Mütter und Väter in der Flüchtlingsgemeinde Montebello. Sie sprachen die beiden Brüder Andrés Bäppler Ramirez (Architekt) und Carlos Villota Perdomo (Lehrer)  an, und baten sie um Hilfe für den Bau einer Schule für ihre Kinder. Die beiden Brüder teilten selbst schon länger den Traum einer Schule für Montebello. Man setzte sich zusammen; einmal, zweimal, mehrmals… und entwickelte gemeinsam eine Vision der Schule. Heute, 10 Jahre später, ist diese Vision Wirklichkeit geworden. Aber angefangen hat es mit diesen kleinen Momenten… persönliche Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen von Einzelnen; erste „zufällige“ Begegnungen, kurze Gespräche in den Gassen usw.

Auch das 2. große Bildungsprojekt von Schule fürs Leben „BAMBUSWALDhoch10“ ist in den Herzen sehr vieler Menschen entstanden, die an verschiedenen Orten in und um Cali über die Ungerechtigkeit der Armut, den Mangel an Bildung, die Konsequenzen der Umweltzerstörung, den Verlust von wertvollem Fachwissen und das Fehlen von Arbeit und von integeren Einkommensmöglichkeiten ohne Drogen und Gewalt nachgedacht haben. Viele Jahre lang haben einzelne kleine Gruppen und Privatpersonen ihre Ideen für einen Ausweg aus diesem Teufelskreis unserem Projektpartner Escuela para la Vida vorgetragen. Besonders die beiden Brüder Andrés und Carlos waren und sind immer noch Anlaufpunkt für Kolumbianer, die aufstehen und damit beginnen wollen, die Umstände in ihrer Heimat zu verbessern. Aus diesen vielen Gesprächen, Begegnungen, Ideen und Vorschlägen ist das UmweltBildungsUnternehmen BAMBUSWALDhoch10 rund um den Bambus entstanden. Erst wenn eine kritische Masse an Motivation und Ideen vorhanden ist, wird in vielen Gruppenarbeiten versucht ein gangbares Konzept zu entwickeln. Dieser Prozess ist langwierig und oft sehr chaotisch. Wer weiß am Anfang schon, ob am Ende ein tragfähiges Konzept entstehen wird? Bis aus den ersten Funken eine konkrete Idee geworden ist, hat bei BAMBUSWALDhoch10 fast 4 Jahre gedauert. Noch einmal 3 Jahre hat es gedauert, bis für das Projekt Fördermittel bewilligt wurden.

In Dir muss brennen, was Du entzünden willst. Augustinus Hippo

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