Ein Fernsehbeitrag in der Sendung FAKT gestern Abend um 21.45 Uhr im ARD zum Thema Sicherheit im Weltwärts-Programm hat uns betroffen gemacht. Wir als Entsendeorganisation möchten deshalb hier unser Sicherheitskonzept in Kürze vorstellen: Ja, der Aufenthalt in einem von Drogen und Ungleichheit beherrschten Land wie Kolumbien ist immer mit einem Risiko verbunden. Ob dieses Risiko groß oder klein ist, hängt in allergrößtem Maß davon ab, wie sich der Gast im Gastland verhält. Wir als Entsendeorganisation haben in die Arbeitsverträge der Freiwilligen in Absprache mit dem BMZ strenge Sicherheitsregeln eingefügt, an die die Freiwilligen gebunden sind. Bereits am Kennenlerntag informieren wir ausführlich über die Einschränkungen und Sonderpflichten, die zugunsten der persönlichen Sicherheit bei einem sozialen Jahr in Cali in unserem entwicklungspolitischen Netzwerk zwingend nötig sind. Die Sicherheit der Freiwilligen (und Gäste) ist allerhöchste Priorität und darunter müssen sich alle anderen Ziele unterordnen. Diese Sicherheitsregeln beschränken einerseits die persönliche Freiheit, wie wir sie in Deutschland gewöhnt sind. Andererseits sichern diese Regeln – wenn sie strikt und durchgängig ohne Ausnahmesituation eingehalten werden – ein Höchstmaß an Sicherheit. Dazu gehören zum Beispiel der absolute Verzicht auf Drogenkonsum, Drogenhandel und Drogenkauf sowie das stetige „Verbundensein“ mit Einheimischen via Mobiltelefon oder persönlicher Begleitung. In einem zweiwöchigen Vorbereitungsseminar werden die Freiwilligen auf ihre neue Situation vorbereitet: Sie lernen achtsam zu sein, sich unauffällig also landestypisch zu kleiden und sich höflich und respektvoll zu verhalten. Sie lernen Gefahren und Provaktionen aus dem Weg zu gehen, das heißt sich weder mit Schmuck oder Laptop zu zeigen noch größere Geldmengen oder teure Fotoausrüstungen mit sich zu tragen. Auch das Einmischen in politische Diskussionen oder lokale Streitigkeiten muss um der eigenen Sicherheit willen ebenso vermieden werden wie respektloses Fotografieren oder andere Übergriffe in die persönliche Sphäre der Einheimischen. Ein dreiköpfiges Betreuungsteam vor Ort kümmert sich um die Freiwilligen und begleitet sie täglich in diesem Eingewöhnungs- und Lernprozess. Selbstverständlich reisen alle Freiwilligen mit gültigem Visum ein. Und alle Freiwilligen sind mehr als Willkommen im Gastland; sie werden sowohl von ihrer Einsatzstelle als auch von ihrem persönlichen Mentor willkommen geheißen und nach besten Kräften in die heimische Gesellschaft integriert – ein weiterer entscheidender Sicherheitsfaktor. Wir als Entsendeorganisation wählen nach einem intensiven und kräftezehrenden Auswahlprozess die Freiwilligen-Bewerber aus – denn letztlich hängt die Sicherheit vor allem daran, wie sehr ein Freiwilliger Verantwortung für sein eigenes Tun übernehmen kann. Selbstkontrolle, Achtsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit und freiwilliger Verzicht auf „Party“, Alkohol und individuelle persönliche Freiheit sind die wichtigsten Garanten für die sichere Heimkehr der Freiwilligen. In unserem letzten Vorbereitungsseminar haben wir vor diesem Hintergrund 2 der 31 Freiwilligen aus ihrem Vertrag entlassen und werden sie nicht nach Kolumbien entsenden. Auch in den Jahrgängen davor hat der Verein Freiwillige entlassen, die sich auch nach intensiven persönlichen Gesprächen und Abmahnungen nicht an die Sicherheitsregeln halten wollten. Auch diese Konsequenz ist ein wichtiger Bestandteil im Sicherheitskonzept der Schule fürs Leben. Die Freiwilligen und ihre Sicherheit dürfen kein Risiko sein – weder für die Freiwilligen selbst noch für die Projekte der Schule fürs Leben.

 

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