Wie nötig der Frieden in Cali ist, müssen wir bei Schule fürs Leben und Escuela para la Vida zurzeit mit traurigen Erfahrungen lernen. Die Millionenstadt gehört seit vielen Jahren zu den 10 gefährlichsten Städten dieser Welt. Vor wenigen Tagen wurden in Montebello, dem Standort unseres ersten großen Bildungsprojektes, vier jugendliche Kolumbianer erschossen. Auf ihrer Beerdigung fielen weitere Schüsse; Selbstjustiz ist den informellen Siedlungen am Rande der Großstädte keine Seltenheit. Wann und wie wird dieser Wahnsinn aufhören? Wir wissen es nicht.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. Georg Christoph Lichtenberg

Wir bei Schule fürs Leben haben verstanden, dass Krieg ebenso wie Frieden im Inneren von jedem einzelnen Menschen beginnt. Ein Friedensvertrag ist ein guter Rahmen, ein sehr guter Vorsatz! Aber Frieden entsteht erst, wenn jeder Einzelne mit sich im Frieden ist. Solange Menschen sich selbst und ihre eigenen Gefühle nicht aushalten können, entstehen aggressive Handlungen. Es beginnt mit übler Nachrede, Lästereien, Mobbing, Denunzierungen, Hatemails und Shitstorms – nicht nur in Kolumbien und unseren Projekten. Das aktuelle Tagesgeschehen in der Weltpolitik zeigt, wie verbreitet diese Phänomene sind! Und welche Risiken und Konsequenzen aus Neid, Mißgunst, Narzissmus, Scham, Machthunger und Gier von Einzelnen für eine Gemeinschaft entstehen können!!

Vor diesem Hintergrund wird Schule fürs Leben erst einmal keine weiteren Weltwärts-Freiwilligen entsenden können. Statt dessen konzentrieren wir uns wieder auf die direkte Arbeit an unserem Vereinsziel „Bildung und Persönlichkeitsentwicklung für mittellose Kinder und Jugendliche“, indem wir gezielt ‚Bildung für den Frieden‘ ermöglichen wollen. Wir möchten massiv FriedensWerkzeuge in unsere bestehenden Bildungsprojekte einbringen! Bewährte Methoden, wie man sie weltweit aus verschiedenen Kulturen und Wissenschaften kennt und einsetzt. Wir möchten Mediatoren weiterbilden, FriedensRituale in den Bildungsalltag einführen und noch mehr ‚Räume‘ anbieten, an denen jedes Gefühl solange da sein kann, ohne Schaden anzurichten – solange, bis es endlich vorbei sein darf. Wer Geige spielt, im Chor singt, eine Flöte schnitzt oder im Bambuswald pflanzt, lernt seine Energien in positive und produktive Wege umzuleiten. Wer seine Gefühle in Worte fassen kann und Gehör findet, muss nicht zerstören.

Bitte unterstützen Sie unsere FriedensBildung mit Ihrer Spende! Ist es nicht besser, einen kleinen Anfang zu wagen, als nichts zu tun? Sei du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt. Mahatma Gandhi.

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