Soviel Kinder und Jugendliche – so viele Möglichkeiten zu helfen! Was zählt ist der Wille etwas zu unternehmen UND die nötigen Ressourcen, um es umzusetzen. Denn Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, Transport vor Ort, Versicherungen, Vorbereitung, Betreuung, Arbeitsmaterialien, Werkzeuge…. müssen zu 100% selbst gezahlt werden.

Zurzeit können weder wir in Deutschland noch unsere Partner in Cali den Arbeitsaufwand leisten, der nötig ist, damit Ihr Arbeitseinsatz für alle Beteiligten sinnvoll und erfolgreich wird. 2014 wollen wir neu darüber nachdenken. Wenn Sie dann immer noch Interesse haben, wenden Sie sich bitte im Oktober 2014 an uns.

Wir wollen das was wir machen auch gut machen. Wenn wir das nicht sicherstellen können, dann wollen wir lieber nichts machen. DANKE für Ihr Verständnis!

 

 

Ein Erfahrungsbericht von Frederike Engel. Privat finanzierter Arbeitseinsatz in Cali für 2 Monate. Sommer 2009

„Ein kleiner Eindruck über meinen 2-monatigen Aufenthalt in Cali

… gegen 7h morgens gings täglich los zum „Colegio de las Aguas“ in Montebello… relativ schnell machte ich mich mit meinen Aufgaben als deutscher Freiwilliger vertraut, übernahm zwei 3. Klassen, denen ich spielerisch ein wenig Englisch beibrachte, unterrichtete Lehrer und Auszubildende der Schule in Deutsch und konnte im Kunst sowie Computer Unterricht mithelfen.

Die Kinder sind unglaublich liebevoll, jedoch ziemlich aufgedreht und der Unterricht läuft alles andere als ruhig oder konzentriert ab, was aber wahrscheinlich auf die schwierigen familiären und privaten Hintergründe und Schicksale der einzelnen Schüler zurückzuführen ist. Es ist also viel Einfühlvermögen und Geduld seitens der Lehrer und uns Freiwilligen gefragt. Für mich ist es einfach unglaublich bewundernswert, mit wie viel Engagement die Lehrer, die Mitarbeiter der Küche, die Verantwortlichen der Azubis, die Architekten und Bauarbeiter hier arbeiten und stets eine wirklich sehr angenehme fröhliche Stimmung zwischen den Menschen herrscht! Ich versuchte mich also so gut es ging, mit einzubinden, um ordentlich was zu schaffen und mitzuhelfen! Also stellte ich gar nicht so viele Fragen, ob wie oder was, sondern packte an und organisierte mich und meine Unterrichtsideen eigenständig, denn mir war es wichtig, den Lehrern nie zur Last zu fallen, sondern sie zu unterstützen.

Durch die Arbeit in der Schule fühlte ich mich irgendwie gar nicht „touristisch“, was einfach ein tolles Gefühl war, schließlich versuchte ich mich ein kleines bisschen in die Gesellschaft zu integrieren.

Neben der Schule lernte ich außerdem den Verein besser kennen und verbrachte Zeit mit den anderen deutschen Freiwilligen und dem ein oder anderen Kolumbianer, wodurch man sich schnell wohl und zu Hause fühlte

Zudem konnten wir Freiwilligen stets Ausflüge organisieren, oder auch mal weitere andere Projekte der Fundacion „Escuela para la vida“ besichtigen, wie z.B. die Eröffnung des ersten kleinen Gebäudes eines Kinderheims (für drogensüchtige Mädchen) so ca. 1,5 Std. von Cali entfernt, mitten im Nichts. Dieses kleine Gebäude wurde mit Hilfe des Vereins finanziert und sogar teilweise von den Azubis des Colegios de las Aguas erbaut. Lehrer, Arbeiter, Vereinsmitglieder und auch ein paar von uns Freiwilligen sind mit einem lustigen gelben Schulbus losgedüst und haben an diesem sehr bewegenden Moment teilgenommen. Die Landschaft war natürlich wunderschön und die Menschen dort unheimlich herzlich.

Weiterhin für mich sehr interessant war die Lehrerfortbildung im Colegio, die während der einwöchigen Schulferien der Kinder stattfand. Die Lehrer stellten sich gegenseitig Referate rund um Themen wie Pädagogik, Sexualität, Literatur, Montessori Schulen, Legasthenie vor und diskutierten über aktuelle Probleme und Erfahrungen mit den eigenen Schülern. Für Jasmin, Elena und mich (wir arbeiten ja alle an der Schule) war dies äußert interessant und ich war vollkommen überrascht, mit welchen Themen sich die Lehrer hier auseinandersetzen, wie wissbegierig sie sind und was außerdem für heftige Probleme doch in den Familien der Kinder herrschen! Da natürlich die finanziellen Mittel fehlen, um z.B. Redner in die Seminare zu holen oder die Lehrer an Konferenzen teilnehmen zu lassen, befassen sich die Lehrer eigenständig mit diversen Themen, was ich als sehr bewundernswert empfinde. Die Lehrer strahlen untereinander eine wirklich starke Verbindung, Vertrautheit und – wie sie es selber nennen – Liebe aus, was sie während den Seminaren z.B. durch kleine Geschenkchen, Lob- und Dankesreden zum Ausdruck gebracht haben. Sie haben sich sogar bemüht, uns Freiwillige mit einzubeziehen und zu meiner großen Freude kam zum Ausdruck, dass mein Deutsch- und Englischunterricht bereits stark geschätzt wird. Auch wenn es für mich teilweise äußerst schwierig und anstrengend war, genau zu folgen (Sprachkenntnisse), habe ich wirklich viel gelernt und bin besonders von dem gefühlvollen Umgang der Lehrer untereinander beeindruckt.

Ich begann mich wirklich wohlzufühlen, meinen Platz zu finden und eine Bindung mit Kindern und Lehrern aufzubauen. Leider vergehen 6 Wochen ziemlich schnell, d.h. ich musste nun schon Abschied von meinem kleinen neuen Zu Hause und all den lieben Menschen nehmen.

Nach diesem Aufenthalt in Cali fuhr ich für 2-3 weitere Wochen zum Reisen in die Karibikküste und nach Bogotá, wo ich mich die ersten Tage sehr komisch und irgendwie verwirrt fühlte. Ich fand hier verschiedene Welten vor, kenne nun 2 Kolumbiens! Es ist schwer, zu akzeptieren, dass es diese starken Kontraste im Land gibt. Jedoch bin ich mehr als froh, tatsächlich beide Seiten dieses besonderen Landes ein wenig kennengelernt zu haben.

Wenn man eine gewisse Zeit an diesem Schicksal wie ich es in Cali gesehen und erlebt habe, teilgenommen hat, fällt es anscheinend wirklich nicht so leicht, wieder zurück in ein „besseres“ Leben zu kommen. Ich denke es ist wichtig, dass man sich seinem Luxus und seinen Möglichkeiten bewusst wird.

Ich bin an so vielen Erfahrungen gewachsen und kann nur betonen, wie froh ich bin, wenigstens ein kleines Bisschen am Leben der Kinder und der Lehrer in Montebello teilgenommen zu haben. Es war eine großartige Erfahrung, die mich lange begleiten wird!

Ich möchte dem Verein „Schule fürs Leben + Escuela para la Vida“, besonders Elizabeth, Cindy, Klaus, Nina, Gloria, Ulla und Andrés für ihre Arbeit loben und wünsche allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg und Kraft für dieses wundervolle Projekt. Meine herzlichen Grüße und besos gehen an alle deutschen Freiwilligen, die weiterhin in Kolumbien die Stellung halten.“