von Sophia Behl1

160901 Behl Sophia_Open House

Sonntagmittag im Büro des Frankfurter Vereins Schule fürs Leben e. V.
Die aus Kolumbien zurückgekehrten Freiwilligen haben zum „Open House“2 eingeladen, zum Tag der offenen Tür, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Schon beim Betreten des Büros werde ich von einer Gruppe ehemaliger Freiwilliger umringt. Sie überhäufen mich mit Fragen. Alle wollen wissen, wer ich bin, was ich mache. Ob ich auch mit Schule fürs Leben nach Kolumbien gehe und in welcher Einsatzstelle ich gerne arbeiten würde. Nach und nach beantworte ich die Fragen und erzähle, dass ich am liebsten bei Samaritanos de la Calle arbeiten würde. Samaritanos ist ein Betreuungszentrum für Obdachlose in Cali. Darauf holen sie gleich Nora3 zu uns, eine Mitfreiwillige, die bei Samaritanos gearbeitet hat. Ich unterhalte mich lange mit ihr über die Einsatzstelle, die Arbeit dort und die Bewohner der Straße. Nora erzählt lebhaft von ihren Aufgaben bei Samaritanos und den Erfahrungen, die sie gemacht hat. Durch ihre Offenheit kann sie meine Bedenken, den Anforderungen vielleicht nicht gewachsen zu sein und die psychische Belastung nicht aushalten zu können, immer mehr aus dem Weg räumen und meine Begeisterung für dieses Projekt steigt mehr und mehr. Nora erzählt von kleinen Kindern, die sie morgens freudestrahlend begrüßten, von Obdachlosen, die zu ihren Freunden wurden. Einen Eindruck dieses Abenteuers bekomme ich später, als Nora eine von ihr geschriebene Geschichte vorliest. „In den Armen meiner Freunde“ schildert anschaulich den wöchentlichen Gang durch die Straßen, bei dem Samaritanos zusammen mit vielen freiwilligen Helfern Brot und Wasser an die Menschen verteilen. Für Nora kam es dabei einmal zu einem kleinen Unfall, bei dem ihr die Obdachlosen, ihre Freunde, dann zu Hilfe gekommen sind.
Diese Geschichte hat mich sehr berührt, ebenso wie das persönliche Gespräch mit Nora. Ihre Erzählungen und die sehr freundliche und herzliche Begrüßung durch die ehemaligen Freiwilligen haben mich in meiner Entscheidung, mit Schule fürs Leben ein Jahr weltwärts nach Kolumbien zu gehen, bestätigt und meine Vorfreude ist gestiegen. Auch in meiner Projektauswahl bin ich mir nun ganz sicher. Ich will unbedingt zu Samaritanos de la Calle!
Danke liebe ehemalige Freiwillige und Danke vor allem Dir, liebe Nora, für Eure Geschichten und Beiträge zu diesem tollen Tag, der mich wirklich bereichert hat!
Ich weiß jetzt, dass meine Entscheidung richtig war und freue mich noch mehr auf das Jahr in Kolumbien, die Arbeit und die Menschen dort.

1 Sophia Behl wird Mitte September 2016 für ein Jahr als weltwärts-Freiwillige der Schule fürs Leben nach Kolumbien gehen. Ihre Geschichte entstand während des Vorbereitungs-Seminars in Frankfurt.
2 Der von den ehemaligen Freiwilligen des Jahrgangs 2014 / 2015 organisierte „Open House“-Tag war der Abschluss des Rückkehr-Seminars, das insgesamt fünf Tage dauert und den Freiwilligen die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen und Erlebnisse untereinander und mit dem Team von Schule fürs Leben auszutauschen und zu evaluieren.
3 Nora Haude gehört zur siebten Generation weltwärts-Freiwilliger, die mit Schule fürs Leben nach Kolumbien gegangen sind. Ihre Geschichte „In den Armen meiner Freunde“ wurde ebenfalls in der Reihe Ich erzähl dir veröffentlicht. Zum Nachlesen klicken Sie einfach HIER

Artikelbild „Open House“ (Archiv der Schule fürs Leben)

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