von Lukas Kretzschmar1

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„Egal was wir machen, es bringt doch eh nichts“.
Immer häufiger habe ich diesen Satz von Gleichaltrigen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden gehört. Egal ob nun Politik, Zukunftsplanung oder soziales Engagement das Thema waren; die Sinnlosigkeit haftet offensichtlich wie ein Fluch über den Idealen meiner Generation.
Auch ich war regelmäßig mit ähnlichen Äußerungen an solchen Diskussionen beteiligt, obwohl es sich nie richtig angefühlt hat. Die Folge: ein nicht endender Strudel aus Selbstzweifel und Unzufriedenheit.
Trotz all dem war ich einer der ersten Freiwilligen, die für 2015 von „Schule fürs Leben“ mit ins Boot geholt wurden.
„Es kann ja nicht sein, dass alle Menschen heutzutage unter chronischer Sinnlosigkeit leiden. Dann wäre diese Welt kein Ort an dem wir leben wollen“.
Dieser Gedanke hatte mich dazu gebracht, mich für ein freiwilliges soziales Jahr in Kolumbien zu bewerben. Und dieser Gedanke gab mir die Kraft, meine Hoffnung neben all der Furcht und dem Zweifel aufrecht zu erhalten.
Zeit ist ein interessantes Phänomen. Durch die Kraft, die mir jener Gedanke schenkte, wurde das alltägliche Leben von da an immer erträglicher. Kurz vor dem Vorbereitungsseminar allerdings, kam alles mit doppelter Wucht zurück.
„Was, wenn es gar nicht anders ist?“
Dieser neue dunkle Gedanke schlug wie ein Komet in mein Bewusstsein ein und verdrängte alles andere.
Ein paar Tage später saß ich im Büro in Frankfurt mit einem Haufen fast noch unbekannter Menschen. Und doch machte sich auf einmal ein Gefühl der inneren Zufriedenheit breit.
Warum?
Ich habe in diesem Moment etwas sehr Wichtiges verstanden. Sinn ist etwas, das man sich selbst gibt.
Und: Es gibt immer Menschen, welche die selben Ideale, Träume und Wünsche verfolgen – du musst nur aufstehen und sie suchen.
Die Energie, die durch eine so offene und starke Gruppe Gleichgesinnter freigesetzt wird, ist unglaublich.
Der Augenblick in dem ich das realisiert habe, wird mir für alle Zeit erhalten bleiben. Es gibt immer eine Wahl und ich weiß jetzt wie ich mein Leben verbringen will.
Danke!

* Nuevo Sentido = Neuer Sinn

1 Lukas Kretschmar wird im September 2015 für ein Jahr als weltwärts-Freiwilliger der Schule fürs Leben nach Kolumbien gehen. Seine Geschichte entstand während des knapp zweiwöchigen Vorbereitungsseminars in Frankfurt.

Artikelbild: „Nuevo Sentido“ (Archiv der Schule fürs Leben)

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