von Diana Victoria1

151015 Victoria Diana_Mein erster Schultag_822px

Für manche Kinder kann der Schulanfang traumatisch sein, für andere ist er ein Grund zur Freude, denn sie werden spielen und anderen Kinder ihres Alters begegnen während sie lernen.

Auch für mich bedeutet dieses neue Schuljahr eine neue Erfahrung; am ersten Schultag sehe ich durchs Fenster wie die Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und liebsten Freunden ankommen. Es ist ein großes Ereignis, dieser erste Schultag. Fotos werden gemacht und den Kindern wird all die Aufmerksamkeit und das Vertrauen geschenkt, die sie für ihren Schulalltag brauchen.

Als sie die Schule betreten, erwarten wir sie in der Aula und begrüßen sie – hier lerne ich auch die Tradition kennen, von der ich in den letzten Tagen schon gehört hatte: die Schultüte. Einige sind klein, andere groß und voller Süßigkeiten und Überraschungen. Einige der Eltern waren sehr kreativ und haben die Schultüten selbst gebastelt. Ich erkenne es an den Fotos der Kinder, mit denen diese Tüten beklebt sind; die gekauften tragen bunte Sticker und Bilder von Drachen und Prinzessinnen.

Es ist ein sehr besonderer Tag. Die Schüler aus den obersten Klassen führen zur Begrüßung der Neuen ein Theaterstück auf; anschließend gehen wir in die Klassenzimmer um uns vorzustellen.

Als ich an der Reihe bin sage ich den Kindern, dass ich nicht besonders gut Deutsch spreche, aber ich glaube, sie haben es nach fünf Minuten bereits wieder vergessen, denn sie reden unglaublich schnell auf mich ein und ich kann nicht verstehen, was sie von mir wollen. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Freiwilligen, die in unsere Projekte nach Kolumbien kommen, genau so fühlen müssen – voller Angst und Frustration weil sie nichts verstehen. Aber ich hoffe, dass ich, genau wie diese Freiwilligen, schnell lernen werde und mich schon in ein oder zwei Monaten mit den Kindern verständigen kann.

Und genau wie die Kinder bekomme auch ich an meinem ersten Tag eine Schultüte. Es ist ein Geschenk einer der Lehrerinnen – eine Tüte mit meinem Namen darauf gedruckt! Was für eine wunderbare Überraschung an meinem ersten Schultag.

1 Diana Victoria, die in Kolumbien für die Fundación Escuela para la Vida arbeitet, ist seit Anfang Oktober 2014 in Deutschland. Sie und die ebenfalls für die Fundación tätige Lisa Marín Rojas sind die beiden ersten Freiwilligen, die Schule fürs Leben im Rahmen des Programmes weltwärts-reverse aufgenommen hat. Das 2014 eingeführte Programm sieht vor, dass Ausländer aus sogenannten “Ländern mit Entwicklungsbedarf” nach Deutschland kommen, um hier ein soziales Jahr zu absolvieren. Diana Victoria, die ihren Freiwilligendienst in Deutschland bis März 2016 verlängern konnte, unterstützte bis Ende August das Team der Schule fürs Leben im Bereich Fundraising und absolviert seit Beginn des neuen Schuljahres ein Praktikum in der Integrativen Schule Frankfurt. Die Integrative Schule Frankfurt sammelt seit 1985 Erfahrungen im Feld der integrativen / inklusiven Beschulung. Sie hat derzeit acht multiprofessionelle Teams: Jede Klasse wird von Fachkräften der Grundschul- Förderschul- und Sozialpädagogik geleitet. Begleitend und stundenweise kommen Therapeuten/innen hinzu, mit den Schwerpunkten Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Die erfolgreiche Arbeit der einzelnen Teams zeigt, wie Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern in einer Schulklasse gelingen kann. Gerade das hohe Maß an notwendiger Differenzierung kommt allen zu Gute. Die möglichen Leistungen werden dadurch eher begünstigt als behindert.

Artikelbild: “Mein erster Schultag” von Diana Victoria

Übersetzung aus dem Kolumbianischen: Karolina Seibold

(den Originaltext finden Sie weiter unten auf dieser Seite)

Gute Geschichten sind Gold wert. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Menschen dahinter. DANKE!

Mi primer día de clases

por Diana Victoria

Para algunos niños el inicio del colegio puede ser algo traumático, para otros es motivo de alegría, juegos y conocer más niños de su edad mientras aprenden.

Para mi este año también es una nueva experiencia, el primer día de clases veía por la ventana como los niños llegaban con sus padres, abuelos y amigos más cercanos, todo un acontecimiento, es el primer día del colegio de los niños, hay que tomar fotos y brindarles la confianza que necesitan de allí en adelante para su año escolar.

Cuando entraron al colegio los esperábamos en un auditorio donde se les daría la bienvenida, allí conocí la tradición de la cual escuche por esos días, cada niño llevaba un “Schultüte”, algunas pequeñas, algunas grandes y con muchos dulces y sorpresas como es lo tradicional. Algunos padres fueron muy ingeniosos y lo elaboraron ellos mismos, se veía porque tenían alrededor fotos de los niños, otros fueron comprados con muchos stickers de dragones o de princesas.

Fue un día muy especial, los niños del último grado realizaron una obra de teatro para darles la bienvenida y luego entramos al salón de clases para presentarnos.

Cuando llego mi turno de presentarme les dije que no hablaba muy bien el alemán, pero creo que se les olvido a los 5 minutos por que me hablaban muy rápido y no pude entenderles que querían. Me imagino que los voluntarios alemanes que van a nuestro colegio o a los otros proyectos se sienten así, con miedos o frustrados al no entender, pero espero al igual que ellos aprender muy rápido y poder comunicarme con los niños por lo menos en uno o dos meses.

Y al igual que los niños yo también tuve mi propio “Schultüte”, por parte de una de las profesoras del colegio, además con mi nombre estampado, un muy bonito detalle para el inicio de mi primer día de clases